Balkonverglasung Schallschutz Verbindungsbahn
Das Projekt ist gerade vor dem Hintergrund der Grundstücksknappheit in innerstädtischen Lagen ein guter Beweis dafür, dass Schallschutz im Wohnungsbau wohnlich und hochwertig lösbar ist.
Thomas Winkler, Architekt
Das richtige Lärmschutzkonzept mit Balkonverglasung

Die sogenannte Verbindungsbahn ist eine Eisenbahnstrecke innerhalb von Hamburg. Eine sich direkt an der Verbindungsbahn befindende Brachfläche blieb lange unbebaut, zu hoch war das Schallaufkommen. Ein Konflikt, der 2017 mit einem Neubau und dem richtigen Lärmschutzkonzept gelöst werden konnte. Der Wohnkomplex „An der Verbindungsbahn“ – realisiert durch den Bauherrn GS-Bau GmbH aus Neu Wulmstorf – beinhaltet eine Gewerbeeinheit sowie eine Tiefgarage für die Bewohner. Vom Stadthaus mit separatem Eingang über kleine Maisonette- und Geschosswohnungen bis hin zur Panoramasuite beinhaltet der Neubau unterschiedliche Wohntypen. Die Ausstattung der einzelnen Wohnungen ist nicht einheitlich, sondern wird durch die einzelnen Erwerber individuell geprägt. Durch die Lage im Stadtteil Hamburg-Rotherbaum sind die Wohnungen infrastrukturell sehr gut angebunden. Im benachbarten Kiez ist alles erhältlich, was zum täglichen Leben benö-tigt wird, Einkaufs- und Ausgehmöglichkeiten befinden sich in direkter Nähe. 
 

An der Verbindungsbahn SL 25
Attraktiver Wohnraum trotz lärmintensiver Lage

Wegen der starken Lärmbelastung galt das Grundstück lange als ungeeignet für eine Wohnbebauung. Nach mehreren Vorentwürfen und erteilten Bauvorbescheiden gaben der wachsende Wohnungsmangel sowie die zunehmende Nachfrage nach innerstädtischem Wohnraum den Impuls für dieses Projekt. Die Ausschreibung konnte das Büro LRW Architekten und Stadtplaner aus Hamburg für sich bestimmen. „Das neue Gebäude schließt den Blockrand eines tortenstückähnlichen Grundstücks, auf dem sich zuvor ein flacher Gewerbebau befand. Der überwiegend gründerzeitlich geprägte Wohnblock war den Lärmemissionen der Bahntrasse und der Hauptverkehrsstraße schutzlos ausgesetzt“, so der Architekt Thomas Winkler. „Durch den Neubau mit seiner Doppelfassade konnte trotz der lärmintensiven Lage attraktiver Wohnraum – mit freiem Blick über den angrenzenden Park „Planten un Blomen“ und teilweise bis zur Elbphilharmonie – geschaffen werden." 
 

An der Verbindungsbahn SL 25
Durchdachte Systeme

Wie gut das Konzept aufgegangen ist, zeigt auch die Anerkennung durch den WohnbauPreis Hamburg 2017, die das Büro erhielt. „Das Projekt ist gerade vor dem Hintergrund der Grundstücksknappheit in innerstädtischen Lagen ein guter Beweis dafür, dass Schallschutz im Wohnungsbau wohnlich und hochwertig lösbar ist.“, so der Architekt Thomas Winkler. 

Der Lärm der Hauptverkehrsstraße „An der Verbindungsbahn“ und der angrenzenden Bahntrasse flutete zuvor ungebremst den Blockinnenbereich. Durch die Blockrandschließung und den neu gewonnenen, ruhigen Innenhof hat die Nachverdichtung auch für die Nachbarschaft einen hohen Mehrwert geschaffen. „Im Grunde beeinflusste das Thema Lärm neben der Einbindung in die städtische Maßstäblichkeit der Nachbarbebauung den Entwurf des Gebäudes signifikant. Das Planungskonzept sah dabei vor, mit viel Volumen an der Straße am Durchschnitt durch eine größere Gebäudetiefe und damit der Verlagerung der Gebäudemasse, möglichst viel Wohnfläche in dem „ruhigen“ Baukörperbereich anzusiedeln“, so der Architekt.
 

Schnitt an der Verbindungbahn
Bewahrte Balkonqualität 

Um den Schallschutz zu komplettieren, wurde für die zur Straße „An der Verbindungsbahn“ gewandte Seite des Gebäudes eine Doppelfassade aus nahezu rahmenlosen Glaselementen in Kombination mit filigranen Stahlbeton-Fassadenfertigteilen entwickelt. Erreicht wurde die gewünschte Funktionalität mit den Schiebe-Dreh-Elementen SL 25. Die rahmenlosen und volltransparenten Elemente sitzen auf den transparenten Fassadenbrüstungen. Die Elemente schaffen im Prüfstand eine Luftschalldämmung von 22 dB. Ein Vorteil der Elemente: Sie lassen ein einfaches Öffnen der äußeren Seite der Doppelfassade zu. Bewohner können so mit wenigen Handgriffen und dank der schmalen Vorsprünge vor den Fassaden einen offenen Balkon bzw. bei geöffneter Innenfassade eine Loggia erzeugen, die direkt in den Wohnraum übergeht. Im geschlossenen Zustand sorgen die Elemente nicht nur für einen effizienten Schallschutz, sondern auch für einen Temperaturpuffer, der sich an einem niedrigeren Energieverbrauch der dahinterliegenden Wohnbereiche bemerkbar macht. 
 

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